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Bremer Tageszeitungen AG

Worpswede  10. März  2010
 

Kreisverband Osterholz

 
 
 

 50 Jahre dabei: CDU ehrt zwei Veteranen

Gemeindeverband würdigt bei Hauptversammlung die Verdienste von Eugen Kohlenbach und Alfred Renken

Von Peter Erdmann


 

Worpswede. Die Höhen und Tiefen der CDU in der Gemeinde, im Land und bundesweit haben Eugen Kohlenbach und Alfred Renken seit einem halben Jahrhundert miterlebt. Für 50-jährige Parteizugehörigkeit dankte die Kreisvorsitzende Brunhilde Rühl den beiden Worpsweder Christdemokraten und verlieh ihnen die Ehrennadel. Das geschah bei der Jahreshauptversammlung des Gemeindeverbandes im Hotel Worpsweder Tor. Die Laudatio hielt Altbürgermeister Johann Kück.
Gut 30 Parteimitglieder spendeten den beiden Veteranen der Union Beifall. Ebenso wie Bundestagsabgeordneter Andreas Mattfeldt und Landtagsabgeordneter Axel Miesner, die der Gemeindeverbandsvorsitzende Hubert Hahndrich als Gäste begrüßte. Der Worpsweder CDU-Chef hatte Johann Kück aus Neu Sankt Jürgen gebeten, die Verdienste des 79-jährigen Worpsweders Eugen Kohlenbach und des 80-jährigen Überhammers Alfred Renken zu würdigen.
Diese Aufgabe übernahm das "alte Politross" gern. Seinen Parteifreund und langjährigen Wegbegleiter Alfred Renken, der als Landwirt und Tiefbauarbeiter seit 1960 zum Gemeindeverband gehört, nannte er ein treues Parteimitglied und einen eifrigen Wahlkämpfer. Als Mitglied der Dorfgemeinschaft sei er stets dabei gewesen, wenn ihn die CDU gerufen habe. Kück würdigte auch den Sachverstand des Überhammers und erinnerte sich gern an die "ehrenvollen Gedankenaustausche" mit ihm.
18 Jahre im Landtag
Eugen Kohlenbach, so betonte der Laudator weiter, stamme aus Herne in Westfalen. In die CDU sei er am 1. April 1959 eingetreten. Zwischen 1973 und 1980 habe er den Gemeindeverband Lilienthal als Vorsitzender geleitet. Nach seinem Umzug nach Worpswede sei er 1986 zum Nachfolger von Albert Reiners gewählt worden. Dieses Amt habe er 14 Jahre ausgeübt. Danach wählten ihn die Parteifreunde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Mitglied des Landtags war der CDU-Politiker 18 Jahre - von 1976 bis 1994. Unter anderem führte er den Vorsitz im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst sowie im Kulturausschuss. Im Gemeinderat Lilienthal saß Kohlenbach von 1974 bis 1981. Als Kreistagsabgeordneter war er von 1976 bis 1981 Vorsitzender im Schulausschuss sowie Mitglied im Personalausschuss und im Ausschuss für die Jugendbildungsstätte Bredbeck.
Nach seinem Examen als Diplom-Volkswirt war Eugen Kohlenbach von 1957 bis 1960 Referent für "Soziale Dienste" in Osnabrück und von 1961 bis 1963 ebenfalls Referent im Franz-Hinze-Haus in Münster. Bevor er von 1967 bis 1985 das Niels-Stensen-Haus in Worphausen leitete, unterrichtete er drei Jahre als Dozent für Wirtschafts- und Gesellschaftslehre am Seminar für Staatsbürgerkunde in Olpe. Von 1985 bis 1988 war er Referent für Erwachsenenbildung an der Fachhochschule für kirchliche Gemeindearbeit in Hildesheim. Außerdem engagierte er sich als Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Bremen. Johann Kück zufolge war und ist Eugen Kohlenbach ein "Mann der sachlichen Entscheidungen". Als Beispiele dafür nannte er dessen Einsatz für den Ausbau der Landesstraße von Bremervörde über Worpswede nach Lilienthal, nachdem die EVB 1977 den Personenverkehr mit dem Moorexpress eingestellt hatte, die Unterstützung bei der Renovierung der Zionskirche, die Förderung von Kultur und Kunst in Worpswede sowie die Hilfe zum Erhalt der katholischen Kapelle Maria Frieden im Ortskern. Dieser Tage habe es vom Bistum Hildesheim den positiven Bescheid gegeben.
"Die Menschen in der Region wie auch seine politischen Freunde sind Eugen Kohlenbach zu großem Dank verpflichtet"; sagte Kück. Er sei stets hautnah am Bürger gewesen und habe das Herz am richtigen Fleck. Brunhilde Rühl erinnerte sich besonders an Kohlenbachs Unterstützung in Hannover, nachdem sie bei der Landtagswahl 1994 völlig überraschend zur Abgeordneten gewählt worden war. "Das ist die Rühl aus dem Landkreis Osterholz", mit diesen Worten habe sie ihr Vorgänger überall im Leineschloss vorgestellt und zudem dafür gesorgt, dass sie ohne lange Wartezeit sein Büro übernehmen konnte.
Vor der Verleihung der Ehrennadeln hatte Kohlenbach das Schlusswort. Er bedankte sich und erklärte, dass er seine schönste Zeit in Worpswede immer dann erlebt habe, wenn er mit Alfred Renken Wahlplakate geklebt und sie zwischen Ostersode und Waakhausen angebracht habe - und das "auf einer wackeligen Leiter."


© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Osterholzer Datum: 10.03.2010